Rechts- und Eigentumsform (1945-1959)


Da 1942 die Schorchwerke in Rheydt der ELIN Aktiengesellschaft als Zweigunternehmen angegliedert wurden, mußte man Maßnahmen treffen, die die technische und wirtschaftliche Lösung vom Werk in Rheydt, „mit welchem jede Verbindung fehlte“ ermöglichten. Rein äußerlich kam dieses Bestreben auch in der Umänderung des Firmenwortlautes in den alten Firmennamen „ELIN A.G. für elektrische Industrie“ zum Ausdruck. Der alte Aufsichtsrat wurde abberufen, neue Aufsichtsräte gewählt, die Bestellung des früheren Vorstandes wurde widerrufen, die ordentlichen und stellvertretenden Vorstandsmitglieder neu bestellt sowie die in der Übergangszeit eingesetzte öffentliche Verwaltung aufgehoben (Geschäftsbericht 1945, 2f.).

Die Verstaatlichung der ELIN

Gemäß Bundesgesetz vom 26.7. 1946 (BGBl. 168 vom 16.9. 1946) wurde die ELIN Aktiengesellschaft für elektrische Industrie verstaatlicht. Die Satzungen der ELIN Aktiengesellschaft blieben jedoch nach der Verstaatlichung unverändert in Geltung, und auch in der Verwaltung trat keine Änderung ein (Geschäftsbericht 1946, 1). Allerdings kamen damals folgende Betriebe der ELIN unter russischer Besatzungsmacht (USIA-Betriebe):

Die ELIN behielt jedoch die Fabriken in Penzing, in Ottakring und ihr größtes und wichtigstes Werk in Weiz, was sich in den Nachkriegsjahren gegenüber den Konkurrenten als großer Vorteil herausstellte. Durch diese hervorragende Stellung konnte sich das Unternehmen frei entfalten (Guschlbauer, Elin, 39). Erst 1955 wurden die nach dem Krieg für die ELIN verlorene gegangenen Betriebe dem Unternehmen wieder rückerstattet (Geschäftsbericht 1955, 2).

Beteiligungen und Konzernbeziehungen

Den geänderten politischen Verhältnissen Rechnung tragend wurden die Konzernbeziehungen zu deutschen Gesellschaften, „in welchen das Unternehmen ohne eigenes Dazutun geraten war“, gelöst. Folgende Gesellschaften gehörten nun zum ELIN-Konzern und standen zum Unternehmen in einem Abhängigkeitsverhältnis im Sinne des Aktiengesetzes:

Neuerwerbungen:

Gründungen von Tochtergesellschaften:

Zahlen aus der Bilanz

Infolge der unklaren Verhältnisse bezüglich der Auseinandersetzung mit Deutschland wurde das Werk Rheydt aus dem Anlagevermögen ausgeschieden und in die Position II „Vermögenswerte, deren Wertansätze mit Rücksicht auf die derzeitigen Verhältnisse nicht beurteilt werden können“ aufgenommen (Geschäftsbericht 1945, 3). Der rasche Weizer Ausbau erlaubte eine hohe Aufwertung der Anlagen in der SEB Anfang 1955 und damit eine Verdoppelung des Eigenkapitals. Dieses war zwar nach wie vor ganz in den Anlagen gebunden, in den nächsten vier Jahren wurden aber nur die halben Abschreibungen investiert, der Buchwert der Anlagen sank, und 90 Millionen Eigenmittel wurden bis Ende 1958 zur Finanzierung des laufenden Geschäftes frei. Die ELIN brauchte keine teuren Kontokorrentkredite mehr, zahlte 4 % Dividenden, und das zu verzinsende Fremdkapital betrug nur mehr 60 % der Eigenmittel. Dabei hatte sie seit Kriegsende 500 Millionen heutiger Schillinge ganz aus eigener Kraft investiert, denn der Staat steuerte nur 23 Millionen bei (Vorstandsbericht 1964, 2) .