Franz Pichler und Weiz

Franz Pichler
Der Gründer der heutigen "ELIN Energieversorgung GmbH.", vormals "ELIN A.G." und zu Beginn "Weizer Elektrizitätswerke Franz Pichler & Co.", war Franz Pichler, der in Österreich als einer der Pioniere der Elektrotechnik bezeichnet wird. In anderen Industriebezirken (Papierfabriken, Eisenwerke usw.) war eine größerer Wasserkraft die Ursache für das Entstehen von Industrien. In Weiz ist das Entstehen des Werkes auf die Initiative eines genialen Menschen, den die neue Wissenschaft „Elektrotechnik“ in den Bann gezogen hatte, zurückzuführen. Franz Pichler wurde am 18.02.1866 als Sohn des Mühlenbesitzers Johann Pichler vulgo Kapfensteiner im oststeirische Weiz geboren. Seine außerordentliche technische Begabung fiel bereits in der Volksschulzeit auf, und so durfte er nach Beendigung der Realschule seine berufliche Ausbildung an der technischen Universität fortsetzten. Kurz nach der Beendigung seines Studiums (1884-1889)erhielt er am 3. Oktober 1892 die Konzession für seinen Gewerbebetrieb. Ing. Franz Pichler schuf schließlich aus diesen kleinen Anfängen die Grundlage für eines der größten Industrieunternehmen Österreichs auf dem Gebiet der Starkstromtechnik. Da er vollkommen in seinem Lebenswerk aufging und sich oftmals zuviel zumutete, erlag Franz Pichler am 28. August 1919 mit dreiundfünfzig Jahren einem Herzinfakt.

Die Stadt Weiz

Luftansicht der Werkes Elin-Weiz

Die heutige Stadt Weiz liegt in der Oststeiermark, cirka 30 km von Graz entfernt, in einer Gegend, in der hauptsächlich Obstbau und Landwirtschaft überwiegen und ist mit Graz nur durch eine unbedeutende Straße und eine fast ebenso unbedeutende Flügelbahn der Steirischen Landesbahnen verbunden.
Im vorigen Jahrhundert war die Marktgemeinde Weiz eine Art Warenumschlagplatz. Einige wohlhabende Kaufleute versorgten nicht nur die Bewohner von Weiz und seine nähere Umgebung mit dem Notwendigen, sondern bildeten auch die Einkaufsquelle für die Krämer der weiter entlegenen Dörfer und Gräben. Gut geführte Handwerksbetriebe: Gerbereien, Schmiede, Schlosser, Kleider-, Schuhmacher usw. und vor allem eine große Anzahl von Gaststätten ergänzten die zentral gelegenen Betriebsstätten. Der Weizbach mit seinen kaum 1000 Sekundenliter Normalwasser und gleichmäßigem Gefälle von der Klamm bis zu seiner Einmündung in die Raab bei St. Ruprecht, spendete Kraft für eine große Anzahl gewerblicher Sägewerke, Hammerschmieden und Mühlen. (Schneider, Elin, 1) Der eigentliche Wachstum des Ortes setzte erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein mit der Errichtung der Bezirksbehörden - die vorher ihren Sitz in Thannhausen hatten -, dem Bau der 1884 vollendeten Weizklammstraße, dem Anschluß an das Staatsbahnnetz 1889 und dem Beginn des Baues elektrischer Maschinen durch Ingenieur Franz Pichler 1892. (Weiz, 13) Die Gründung des zunächst kleinen Werkes der Elektroindustrie, das sich rasch weiterentwickelte und wuchs, brachte für Weiz und seine Umgebung eine Reihe von bedeutenden Veränderungen mit sich. Durch den Bedarf des Werkes an Arbeitskräften kam es zu einem dauernden Zuzug derselben, nicht nur in Weiz selbst, sondern auch in seiner Umgebung, wodurch die Bevölkerungzahlen stiegen, das Geschäftsleben wesentlich belebt wurde, und es in weiterer Folge zu einer intensiven Bautätigkeit kam. (Jericha, Elin, 2) Auf alle Fälle bestimmte und beeinflußte die Industriegründung, die ja eher zufällig erfolgte, die sozialgeographische Struktur ganz entscheidend.